DMOZ.ORG Screenshot

Das lange Ende einer Ära: DMOZ ist Geschichte

Ich bin mir sicher, kaum einer von euch kannte die Seite “dmoz.org” (oder auch ODP = “Open Directory Project“) überhaupt, denn sie stammt noch aus dem alten Jahrtausend und aus einer Zeit, in der oftmals noch manuell gepflegte Web-Kataloge genutzt wurden, um die für ein gesuchtes Thema eher relevanten Seiten zu finden.

Auf so etwas würde heute keiner mehr kommen. Heute wird gebingt und gegooglet… Punkt. Auf die Idee mal zu prüfen, ob es zu meinem Thema eine Linkliste oder einen Webkatalog gibt, kommt niemand mehr.

Somit existieren auch keine für die breite Masse interessanten Webkataloge mehr, sondern fristen eher als letzte Dinosaurier in manchnen Nieschen ihr Dasein. Das gilt heute zum Beispiel noch für die Blog-Verzeichnisse, die im Verhältnis meist sehr viel kleiner sind und oft privat betrieben (und daher auf Werbeeinnahmen ausgelegt) sind. Ich selbst bin in einigen dieser Verzeichnisse eingetragen, aber ihr Wert und Nutzen ist einfach so gut wie hinfällig (sieht man vielleicht mal von den Backlinks ab) und viele noch existierende Verzeichnisse werden auch gar nicht mehr gepflegt, so dass man vergeblich auf eine Freischaltung seines Eintrags wartet.

Dass DMOZ in absehbarer Zeit verschwinden wird war für mich schon länger Gewissheit. DMOZ hatte ein gutes und nachvollziehbares Anliegen: es wollte die qualitativen und relevanten Seiten des Webs listen und dementsprechend gab es einen Kodex, den es zu beachten galt, wenn man sich dort eintragen lassen wollte und dieser Kodex war auch für die knapp mehr als 90.000 Editoren verpflichtend, die entscheiden mussten, ob eine Seite in die von ihnen betreuten Kategorien aufgenommen wurde.

Ich selbst war über Jahre einer dieser Editoren und kenne die Übel, die sich mit diesem Amt verbanden, denn es war bei vielen Seiten eine unsägliche Trollerei zwischen den Editoren wegen jeder noch so kleinen Änderung in seinem Verzeichnis. Ein Trollplatz der Korinthenkacker und ein Spielplatz der Eitelkeiten war die Editoren-Welt, die hinter den hohen Idealen von DMOZ stand… und irgendwann hat man als Editor einfach keine Lust mehr, was wohl nicht nur mir so erging, denn tausende von Kategorien waren über Monate und Jahre verwaist, weil sich kein Editor mehr darum kümmerte, so dass neue Einträge einfach nicht bearbeitet wurden und dies nahm DMOZ letzten Endes natürlich auch die Attraktivität, denn ein Webkatalog soll aktuell ein.

Über lange Jahre war es (bis zu einer Änderung der Bewertung aus Richtung Google) für die Suchmaschinen-Optimierung ein wichtiger Punkt, dass man seine Seite in diesem Katalog gelistet hatte, denn dies brachte einen Bonus bei der Bewertung in Google. Deshalb erfuhr DMOZ weiterhin eine Aufmerksamkeit der Webseiten-Betreiber, die DMOZ inhaltlich aber schon lange nicht mehr verdiente.

Mir persönlich tut es schon ein wenig weh, dass es DMOZ nun einfach nicht mehr gibt…. aber es ist wohl wirklich besser so, denn inhaltlich war dort einfach kein Vorankommen mehr und es fehlte eine entsprechende Diskussionskultur bzw. ein Instrumentarium diese großteils schlicht zwecklosen und überdrehten Diskussionen zu unterbinden und den Editoren ihre Arbeit wieder attraktiv zu machen.

Vom “Ende einer Ära” kann man bei dieser Seite schon sprechen, bedenkt man ihre Lebensdauer, die über 4.000.000 manueller Einträge und das Heer der über 90.000 Editoren… Ein Projekt wie dieses wird sicher nicht mehr wiederkommen… daher:

R.I.P. ODP

Foto: Screenshot
Quelle: Open Directory Project
http://www.dmoz.org

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