Nicht ärgern..

Die letzten 20 Meter

Oh nein!!! Das darf doch nicht wahr sein?!

Zum dritten Mal habe etwas aus einem Shop, welcher aus Indien seine Waren international im Internet anbietet, bestellt. Bei den ersten beiden Bestellungen ging auch immer alles glatt…. das heißt, die Lieferung dauerte zwar gut einen Monat, aber die Ware kam ordentlich verpackt und in gutem Zustand (nach der entsprechenden deutschen zolltechnischen Abwicklung) hier an.

Die dritte Bestellung aber ließ auf sich warten.

Inzwischen waren es schon circa 6 Wochen geworden, als ich zum ersten Mal den (natürlich englischsprachigen) Kundenservice kontaktierte. Die erste Rückmeldung aus Indien lautete dann, dass das Paket in einer Versand-Sammelstelle in “Farnham” liegen und dort auf die persönliche Abholung durch mich warten würde.

Einen kurzen Blick in Google Maps später schrieb ich dem Support dann, dass diese persönliche Abholung durch mich nicht möglich wäre, da Farnham eine Stadt westlich von London (Vereinigtes Königreich) sei und ich die Fahrt von 689km durch Belgien, Frankreich und den Kanal nicht für eine Samsara-Zeichnung und ein Bild von A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada auf mich nehmen würde (auch wenn das für das Karma sicher gut und für mein spezielles Karma eher dringend notwendig wäre, aber das hab ich natürlich nicht geschrieben).

Heute morgen habe ich nun die nächste Email aus Indien erhalten. Das Paket ist inzwischen wieder als Rückläufer in Neu Delhi aufgeschlagen und dies nahm man zum Anlass mir wieder zu schreiben. In der Email enthalten war auch die Frage, ob denn die Empfängeradresse richtig wäre….

Ja was soll denn das bitte?!
Natürlich ist die Emfpängeradresse richtig!!!
Ich bin doch nicht blöd!!!!!

Immerhin hab ich die Adresse doch eigenhändig… ööööhhh…. hmmmm…. wieso steht da Hausnummer 13? Ich wohne doch in Nummer 14….? Ähm…. Moment mal, das müssen DIE in Indien falsch auf dieses Paket gedruckt haben….. ganz sicher, denn die anderen Lieferungen sind ja alle angekommen und da stand bestimmt die richtige Hausnummer….äääähhhhhhh…. NEIN!!!

Das war heute morgen also mein ganz persönlicher Moment der Erleuchtung: Ich Riesen-Depp habe doch tatsächlich schon bei der allerersten Bestellung vor Monaten bei meinen Kundendaten versehentlich die falsche Hausnummer (13 statt 14) eingegeben.

Dass dennoch sind die ersten beiden Pakete gut und sicher bei mir angekommen sind und es nur beim dritten Paket jetzt Probleme gab, war wohl pures Glück. Ich sollte wegen der beiden ersten Pakete eigentlich froh und dankbar sein, aber dennoch ärgert es mich natürlich, dass das dritte Paket nun nach einer Reise von über 6.000km (direkte Luftlinie) ausgerechnet an den letzten 20 Metern hier direkt vor meinem Haus scheitert. Außerdem plagt mich mein ökologisches Gewissen.

Aber ich darf mich nicht über die Menschen in der Lieferkette beklagen und diese netten hilsbereiten Menschen im indischen Shop können auch nichts dafür, denn an dieser Misere ist nur einer allein schuld und das bin ich.

Jetzt habe ich meine Kundendaten im Shop korrigiert und per Email (wie immer unter Auslassung jeglicher englischer Grammatikregeln) eine dicke Entschuldigung für die enstandenen Umstände nach Indien geschickt und dabei natürlich angeboten die Kosten für einen weiteren Zustellungsversuch zu übernehmen oder ihnen alternativ angeboten die zwei Bilder einfach meiner nächsten Bestellung beizulegen.

Ärgern muss ich mich in der Angelegenheit nur über mich selbst. Aber das tut auch mal ganz gut, weil einen das mal wieder zeigt, dass man selbst auch nicht immer so perfekt ist (gerade weil man sich eben oft über miese Zustellung oder verschwundene Sendungen aufregt).


Nachtrag:
Einige Stunden nach diesem Blog erreichte mich die folgende Email aus Indien…

It is OK we will resend to:
(…)
But please check carefully the address next time you order

Ich sag ja, das sind echte nette Leute dort. Vielen Dank ihr lieben Menschen, auch wenn ihr das hier vermutlich nie lesen werdet!

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