Ein Mann namens Ove (Filmtipp)

Ich gebe gerne zu, dass der Skandinavische Film allgemein zu meinen bevorzugten Genres gehört. Diesen Filmen ist einfach etwas zu eigen, was man im Deutschen Film oft und natürlich erst recht in den gut finanzierten US-Amerikanischen Filmen vergeblich sucht…. und dabei weiß ich gar nicht so genau, wie ich das beschreiben soll.

Es geht einfach darum, dass auch die ganz kleinen Dinge und das, was man als alltäglich abtut, Potential für Geschichten haben können, die man dann vielleicht nicht “groß” nennen mag (denn hier rettet niemand die Welt oder die Galaxis), die aber deshalb nicht weniger erzählenswert sind.

Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme: Elling. Ich habe diesen Film auch sicher von an die zehn Mal als DVD verschenkt und mir dann wieder selbst nachgekauft, nur um ihn dann wieder zu verschenken…. hier mein Blogeintrag dazu, aber eigentlich geht es heute um einen anderen richtigen guten Film und diesmal nicht aus Norwegen, sondern aus dem Nachbarland Schweden.

Dieser Film heißt:

“Ein Mann namens Ove”

Die Handlung des Films dreht sich um einen sehr mies gelaunten (in Wahrheit aber nur tief verbitterten) alten Mann, der seine Frau und seine Arbeit verloren hat und sein Leben, auf das er selbst keine Lust mehr hat, in einer schwedischen Reihenhaussiedlung fristet.

Dort ist er allgemein als pedantischer Kontrolleur gefürchtet, der viel Zeit darauf verwendet sicherzustellen, dass sich die Nachbarn in Sachen Haustiere, Mülltrennung und Straßenverkehr auch 100% korrekt verhalten. Mit verschiedenen Methoden versucht er seinem Leben ein Ende zu setzen, scheitert aber jedes Mal an der Umsetzung bzw. wird dabei gestört, wie zum Beispiel von der Iranischen Familie, die natürlich unbedingt in das Haus nebenan einziehen und die Ordnung stören musste.

Aber so ein herzlos-harter Kerl ist Ove natürlich nicht, sondern eher das Produkt aus bösen Schicksalsschlägen, Vereinsamung und Hilflosigkeit – trotz aller zur Schau gestellten Stärke und Unabhängigkeit.

Ein wunderbarer Film mit einem Ende, für das ich das Prädikat “Tränengarantie” gebe.

Ob es aber ein “schönes” Ende ist, das mag dann doch jeder für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls finde das Ende genau richtig, auch wenn es nicht “happy” ist… bzw. gerade deshalb.

Diesen Film gibt es übrigens (Stand September 2016) für unter zehn Euro bei Amazon.de zu kaufen, wo man übrigens auch das von Fredrik Backman geschriebene Buch findet, nach dem dieser Film gedreht wurde.

Jedem, der sich für wirklich gute Filme mit menschlichem Tiefgang begeistern kann, würde ich ehrlich sagen: es ist ein Fehler diesen Film nicht gesehen zu haben. Wahrscheinlich ist es auch ein Fehler, das Buch nicht gelesen zu haben, aber mit diesem Fehler muss ich wohl noch selbst ein Weilchen leben, bis ich irgendwann mal mehr Zeit für sowas habe.

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