Vegetarische Burger

Haltet mich ruhig für albern

Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit dem Gedanken aufzuhören Fleisch zu essen. Hier im Blog habe ich in der letzten Zeit öfter mal das Thema anklingen lassen, wenn ich eher augenzwinkernd von nicht gerade karmafreien Genüssen erzählt habe.

Seit dem 01. Oktober mache ich nun Ernst uns habe seither kein Fleisch mehr gegessen. Schwer ist das im Grunde nicht wirklich, es ist nur sehr ungewohnt. Ich muss sehr gut aufpassen nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen, weil ich gerade mal gedanklich nicht bei der Sache bin, wenn ich in der Kantine bestelle oder beim Einkaufen durch die Regale wandere.

Das Problem ist nämlich: Fleisch schmeckt mir noch immer sehr gut. Da ich als Kind auf dem Land aufgewachsen bin, weiß ich auch aus erster Hand woher Fleisch kommt. Schlachtungen von Tieren habe ich im Dorf immer wieder mal miterlebt. Und ja, sie sterben dabei und man könnte wirklich nicht behaupten, dass sie das gerne oder gar freiwillig tun würden. Dennoch ist auch das nicht mein Antrieb zu versuchen auch weiterhin auf Fleisch zu verzichten. Ich gebe zu, in Sachen Tiere bin ich (wie die meisten Menschen) noch immer Rassist. Ich streichle gerne eine Katze und würde sie niemals essen…. doch beim Schwein denke ich genau anders herum. Wenn man also weder allumfassende konsequente Tierliebe noch eine geschmackliche Abneigung gegen Fleisch in sich trägt, ist es eben nicht ganz so einfach.

Dennoch habe ich meine Gründe, die nicht im gesundheitlichen Bereich liegen, sondern eher im moralisch-religiösen Bereich. Von meinem Weltbild her, mit dem ich mich in der letzten Zeit stärker beschäftige als sonst eh schon, ist es einfach so, dass ich mich schon regelrecht als Hochstapler fühle, wenn ich mich mit einem bestimmten Bild vom Werden und Vergehen einverstanden erkläre (weil es mir einfach am nachvollziehbarsten erscheint) und es annehme und gleichzeitig fortwährend gegen die darin enthaltenen grundsätzlichsten Wertvorstellungen verstoße.

Das passt einfach nicht zusammen, wenn man an sich selbst den Anspruch hat, ein ehrlicher Mensch zu sein.

Die gedankliche Hauptarbeit liegt für mich zur Zeit noch immer darin, auf meine Gewohnheiten aufzupassen und das, was jetzt aus dem Speiseplan gefallen ist, nicht mit schlechten Alternativen (z.B. Süßigkeiten) aufzufüllen und zum „Pudding-Vegetarier“ (den Begriff habe ich dazu neulich irgendwo gelesen) zu werden. Und wenn die Sucht nach Wurst auf dem Brot zu groß wird, greife ich gerne mal zu den „auf Fleischimage gemachten“ Vegetarierprodukten – obwohl ich eigentlich nicht viel von diesen Produkten halte. Aber wenn es aussieht wie Wurst, schmeckt wie Wurst und auch von der Substanz her dem Vorbild gut entspricht, dann ist das meine Rettung, wenn ich ein wenig schwächle.

Der EDEKA bei mir in der Nähe hat dazu recht gute Produkte aus seiner Hausmarke im Programm, bei denen ich wirklich sagen kann, dass ich da keinen nennenswerten Unterschied mehr zum Fleischprodukt bemerke – außer im Verhältnis Preis/Menge natürlich. Aber das geht schon in Ordnung, denn ich verzehre das (wie gesagt) eigentlich nur dann, wenn ich das Gefühl habe jetzt einfach mal was Fleischiges zu brauchen… und das versuche ich eigentlich immer so weit wie möglich hinauszuzögern.

Die richtigen harten Momente sind eigentlich nur, wenn man sich der Fleischverlockung direkt ausetzt…. z.B: wenn ich mit meinen Models mal im McDonald bin oder wenn ich (wie heute) selbst Burger zubereite.

Für mich selbst habe ich in einer zweiten Pfanne dann vegetarische Bratlinge angebraten und meine Burger damit bestückt (siehe Bild). Diese Bratlinge sind vom Geschmack her nur leider kein wirklicher Ersatz für das Fleisch und den Bacon, der sich auf dem anderen Teller befand… aber sie sind schmackhaft genug um sie zu essen… und was an Geschmack fehlt, das gleiche ich dann mit meinem guten Gewissen (nicht schwach geworden zu sein) wieder aus.

Da die ersten zwei Wochen jetzt insgesamt doch nicht so schwer waren (wie ich zuerst befürchtete) und ich kapiert habe, dass es einfach meist nur ein Thema der Bequemlichkeit ist seine Gewohnheiten umzustellen, bin ich zuversichtlich, dass ich das auch in naher Zukunft noch schaffe werde…. immerhin weiß ich ja wofür ich das tu.

Ich halte euch jedenfalls auf dem aktuellen Stand. 🙂

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