Mein Teddybär

Bin ich ein Plüsch-Nazi? :)

Entschuldigt Leute, dieser Beitrag wird echt albern… aber auf manche Menschen kann man einfach beim besten Willen nicht ernsthaft reagieren, weil sie einfach so dermaßen himmelschreiend wunderlich sind, dass man ihnen nur noch lauthals lachend begegnen kann.

Zunächst aber doch ein ernsthafter Absatz, der die Vorgeschichte darlegen soll:

In diesem Beitrag mit dem Titel „Refugees welcome?“ habe ich mich darüber geäußert, dass ich Teddybär-Wurf-Aktionen auf Bahnhöfen unter dem Abträllern von „Wällkamm“ für bloßes banales Schauwerk (bestenfalls zur Selbstdarstellung) halte.

In den folgenden Absätzen dieses Beitrages habe ich mindestens drei Beispiele für Formen der Solidarität (Interkulturelles Zusammenleben, Achtung fremder Religionen, Finanzielle Unterstützung) aufgeführt, die ich für wesentlich sinnvoller halte als Teddybärchen zu werfen und bekundet dass dies alles Formen der Solidatirät sind, an denen ich mich auch selbst gerne beteilige.

Beendet habe ich meinen Beitrag mit der Frage, ob sich die Menschen (die heute Teddybärchen werfen) sich ebenfalls im Klaren darüber sind, worauf es bei Solidarität (die den Flüchtlingen auch langfristig etwas bringen soll) wirklich ankommt und ob sie diese (mühevolleren und weniger plakativen Formen) zu leisten bereit sind.

Ein Freund von mir hat diesen Blogbeitrag als Link auf seiner Pinnwand in Facebook geteilt und erhielt Reaktionen darauf. Neben einem Kommentar mit einer abweichender Meinung (zum Inhalt meines Beitrages), die absolut vernunftsbegabt dargelegt war und deshalb auch als ernsthafte Gegenmeinung respektiert werden muss, fand sich ein naja… nennen wir es wohlwollend doch auch mal „Kommentar“ einer Dame mit Namen Sarah M. B., die sich darüber aufregte, dass sich mein Freund am (Zitat:) „rechten Rand“ befände.

What? 🙂 Ja, genau… ich hab es auch zweimal lesen müssen.

Also früher war man Nazi (oder rechts) wenn man stolz war Deutscher zu sein. Man war eine braune Socke, wenn man gegen Asylanten und Überfremdung war… da musste man nicht noch regelrecht selbst bemühen, wenn man als rechtslastig gelten wollte.

Heute wird man schon öffentlich (!) an den rechten Rand verunglimpft, weil man es für blödsinnig hält Flüchtlinge mit Plüschtierchen zu bewerfen und stattdessen zu brauchbarer, echter und nachhaltiger Solidarität mit diesen armen Menschen auffordert.

Da galoppiert doch die Vernunft mit wehenden Fahnen auf der Sau aus dem Dorf!

Wie unheimlich rechts ich selbst mit meinem oben erwähnten Beitrag bin, erkennt man auch daran, dass zum Beispiel ein Mensch wie Serdar Somuncu diesen Hysterie-Hype unter dem Titel „Das ist so typisch deutsch“ mit den Worten kommentiert:

Letztes Jahr war’s noch die Icebucketchallenge, jetzt sind es die Flüchtlinge. Und so wenig, wie heute noch über den Kampf gegen ALS gesprochen wird, so unglaubwürdig ist die Anteilnahme, wenn sie Teil eines Spektakels wird, bei dem es vielmehr um das Image des engagiertesten Wohltäters zu gehen scheint, als um die Frage, wie man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann.

(…)

Stattdessen wird Anti-Rassismus zur kommerziellen Attitude, und Haltung mutiert zum plumpen Entertainment der intellektuellen High Society. Exodus Ladenschluss im Circus Halluzinogalli.

Quellenangabe:
Kommentar von Serdar Somuncu auf wiwo.de

Äh, was…? Halt mal den Bus an! Ist das jetzt auch ein Nazi oder was? Nein, ist er natürlich nicht, weil seine Meinung hat mit rechtem Gedankengut nämlich ebenso wenig zu tun wie meine Meinung.

Er darf diese Meinung (die sich von meiner in allen wesentlichen Punkten überhaupt nicht unterscheidet) aber vor Leuten wie Sarah M. B. sicher eher als ich äußern, weil sich niemand traut jemanden als Nazi zu verunglimpfen, der offensichtlich keinen deutschen Namen trägt.

Liebe Sarah M. B., deshalb zum Ende ein persönliches Wort an dich:

Vielleicht hättest Du erst in Ruhe lesen und dann dir danach eine Meinung bilden sollen. Vielleicht hast Du dich aber auch nur mit der Überschrift zufrieden gegeben und das Fragezeichen falsch interpretiert oder vielleicht warst Du auch schlicht und ergreifend auch einfach nicht in der Lage den Beitrag zu verstehen.

In meinem Beitrag wurde weder in Abrede gestellt noch in irgendeiner Weise auch nur angezweifelt, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist und und ganz sicher auch nicht ob wir Flüchtlinge bei uns aufnehmen sollten. Ganz im Gegenteil, denn diese Webseite bezieht an mehreren Stellen ausdrücklich Stellung gegen Rechtsradikalismus (hier) und bekennt sich offen und nachdrücklich zu unserer Verantwortung Flüchtlinge bei uns aufzunehmen (hier). Das wird auch in Zukunft auf dieser Webseite nicht ändern.

Und deshalb, liebe Sarah M. B.: politischer Aktivismus ist in unserer Gesellschaft natürlich eine gute Sache, denn sowas ist in unserer Zeit dringend nötig. Aber es ist dabei auch sehr nötig, sein Hirn einzuschalten… sonst kommt man nämlich keine Spur besser daher, als die braunen Deppen und man unterscheidet sich von denen nur noch dadurch, dass man seine hirnlosen Parolen eben von anderer Seite her plärrt.

In diesem Sinne wünsche ich dir, liebe Sarah M. B., ganz persönlich von Herzen und im allgemeinen Interesse gute Besserung!

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