Musikkassetten (MC)

Ich bin ja so Japan!

Heute bin ich dank noch immer vorhandenen Bauchschmerzen wieder weit vor 07:00 Uhr aus den Federn und habe den frühen Sonntagmorgen damit verbracht ein wenig im Internet zu surfen.

Dabei habe ich in der ARD Mediathek einen interessanten und sicherlich nicht ganz ohne Augenzwinkern zu lesenden (bzw. anzuschauenden) Beitrag über das „Low Tech“ Land Japan gesehen.

Link zum Bericht mit Videostream:
http://www.tagesschau.de/ausland/japan-technologie-weltspiegel-101.html

(Quelle: ARD Mediathek)

Darin wird berichtet, wie viele als total überalterte Technologien in Japan als noch absolut alltags tauglich gelten würden, weil sie sich einfach bewährt hätten.

Als Beispiele sind dort unter anderem

  • Compact Discs (CD)
  • Musikkassetten (MC)
  • Tastenhandys und
  • die Archivierung in Papierform

genannt.

Ganz ehrlich? Nachdem ich diesen Beitrag fühle ich mich selbst nicht mehr so ganz schlecht… mit meinen Regalen voller CDs, meinen zwei Schachteln voller sorgsam vor den Zähnen der Zeit versteckter Musik-Kassetten, meiner Komponenten-Stereo-Anlage (natürlich mit Doppel-Kassetten-Deck) und meinem mindestens 15 Jahre alten Notfall-Tastenhandy (Akku-Lebensdauer locker 5 Tage).

Im Gegenteil! Ich fühle mich fast schon wieder ein wenig hip und extrem angesagt, weil ich so schrecklich Japan-Style bin. 🙂 Fast bereue ich es, dass ich mich damals von meiner MiniDisc-Komponente getrennt habe. 🙂

Aber mal im Ernst… ich vermisse in der heutigen Zeit oft ein wenig den Charme der analogen Zeiten…. Wie lange ist es wohl her, dass ich beispielsweise zum letzten Mal einer Freundin eine echte Musikkassette mit einem eigenen Mix auf Musik-Kassette zusammengestellt habe?

Schätzungsweise 20-25 Jahre könnten das inzwischen durchaus sein…. dabei konnte man so viel Botschaft in eine persönlich erstellte Kassette packen, schon allein wenn man an die Auswahl der Lieder, die Reihenfolge (usw.) dachte…

Ich selbst habe die letzten persönlich für mich zusammengestellten Musikträger (das waren aber schon alles CDs) ungefähr bis 2004 erhalten… von einer Freundin aus Düsseldorf und einer Freundin aus Schweden… und seither ist das auch in meinem eigenen Leben irgendwie nicht mehr vorgekommen.

Ich schätze, das ist eine Form von indirekter Kommunikation, die heute im Alltag komplett ausgestorben sein dürfte, denn was würde man heute machen? Vielleicht per WhatsApp eine Link-Liste von Youtube-Links verschicken? Wohl kaum…

Heute gilt es ja schon als höchster Ausdruck von Höflichkeit, wenn jemand bereit ist während der gemeinsam verbrachten Zeit wenigstens mal das Smartphone aus der Hand zu legen. Wer will da noch für jemand Stunden vor einer Anlage sitzend verbringen und Musikstücke analog arrangieren (analog = man muss wirklich die Zeit abwarten, die da Musikstück dauert, bis es überspielt ist)?

Vielleicht gönne ich mir zu meinem Geburtstag wirklich endlich mal wieder einen Plattenspieler passend zu meiner Technics-Anlage (der alte ging vor vielen Jahren kaputt). Ich bin schon seit Jahren am überlegen, ob ich mir so ein Ding bei Ebay & Co holen soll, so dass ich auch wieder die vielen Schallplatten, die unten in meinen CD-Regalen stehen, anhören kann. Allerdings kosten diese Geräte dort noch immer 40-70 Euro (und vermutlich wird das mit den Jahren auch nicht billiger).

Und vielleicht mach ich mir dann einfach selbst mal aus reiner Liebe zum Retro und zu längst vergangenen Zeiten eines dieser altmodischen Bänder…. und vorausgesetzt mein Retro-Auto kommt dieses Jahr im April noch durch den TÜV, könnte ich dann (wenn ich auch mal mein darin befindliches Retro-Kassetten-Radio reparieren lasse) die Kassette im Auto hören und dann mit dem Sound wie vor 20 Jahren durch die City fahren. 🙂

Tja, Japan… was sagst Du jetzt? 😉

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