Meine neue Schreibutensilie

Liebe auf den ersten Griff

Nach bald 20 (zwanzig!) Jahren habe ich mir diese Woche endlich mal wieder den „Luxus“ angetan und mir einen neuen Füller gekauft. Einen LAMY natürlich! Immer nur LAMY… das ist ja eh klar, Leute.

Das ist schon seit meinen Schulzeiten so, wobei es (soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe) die ersten Jahre meiner staatlich verordneten Bildungsphase noch gar keine LAMY-Füller unter uns Schülern in Gebrauch waren. Damals gab es eigentlich nur „Geha“ und „Pelikan“ und das war für uns Kinder damals quasi so ein Thema, wie es heute die Schulhöfe nach Marke des Smartphone-Herstellers trennt.

„Geha“ war ein Mädchenteil… ganz klar… und die „armen“ Jungs, die mit „Geha“ schreiben mussten (hätte damals schon der Begriff „Mädchenversteher“ zu unserem aktiven Wortschatz gehört….) waren eher zu bedauern, denn für richtige Jungs gab es damals ganz klar nur die andere Wahl und die lautete „Pelikan“.

Ich kam mit beiden Marken nie wirklich klar, benutzte aber natürlich auch „Pelikan“. Mein damaliger „Pelikan“ war zwar vorne geriffelt (also mit solchen Rillen)… beim einem Kondom würde man das sicher als Lustrippen bezeichnen, aber richtige Lust kam mir da beim Schreiben nie auf, zumal ich immer schnell feuchte Finger hatte (lag nicht an den Themen, über die ich schrieb) und es dann schon anstrengend fand mit diesem Ding zu schreiben.

Irgendwann fand ich dann meinen ersten LAMY-Füller, der damals schon ganz charakteristisch diese eingekerbten Seiten vorne hatte, die ich bis heute sehr schätze (obwohl ich das inzwischen auch bei „Pelikan“ in ähnlicher Weise gesehen habe) und das war faktisch „Liebe auf den ersten Griff„. Das Ding liegt mir einfach perfekt in der Hand und ich finde das Schreiben damit so herrlich angenehm und unverkrampft. Außerdem sind die Tintenpatronen relativ groß (eine Patrone im Füller) und halten daher recht lange.

Seither hab ich lieber auf das Schreiben mit echter Tinte verzichtet und einen Bleistift oder Kugelschreiber genommen, wenn ich keinen LAMY-Füller zur Verfügung hatte. Übrigens, nein… dieser Beitrag wurde mir nicht als Werbebeitrag bezahlterweise in Auftrag gegeben. Hier spricht vielmehr die Zufriedenheit und Begeisterung aus mir, die ich schon seit Schultagen für dieses Schreibgerät habe.

Aber alles hat eben seine Lebenszeit… und die Lebenszeit meines alten LAMY-Füllers war nach fast 20 Jahren nun doch schon deutlich überschritten. Die Feder war schon sehr ordentlich abgenutzt und kratzte bei manchen Papiersorten doch merklich, aber das Hauptproblem nach so langer Zeit war eben, dass der Füller Tinte an Stellen verlor, die eigentlich nicht nötig gewesen wären. Sicher bin ich zu einem guten Teil mit Schuld daran gewesen, denn vor allem in der Zeit seit 2006 bin ich kaum noch dazu gekommen Briefe zu schreiben und so trocknete der Füller mehrmals ein und wurde von mir unter dem laufenden Wasserhahn und durch Zerlegen immer wiederbelebt… dieses häufige zerlegen muss ja irgendwann der Dichtheit schaden.

So hatte ich also regelmäßig beim Schreiben schwarze Fingerkuppen und somit auch manchmal Fingerabdrücke auf dem Briefpapier…. nun, das macht einen Brief wenigstens individuell! Außerdem, wenn das Schreibgerät sich seinem Benutzer anpasst und auch nicht mehr ganz dicht ist, dann wird so ein Brief doch erst richtig gut. 🙂

Aber das ist jetzt alles Geschichte mit meinem neuen Füller.

Mal sehen, ob der wieder fast 20 Jahre hält…. die Chancen stehen gut, würde ich sagen. Diesmal hab ich mich auch für eine weniger diskrete Farbe entschieden als bei den letzten beiden Füllern.

Wie immer habe ich eine Feder mittlerer Stärke ausgewählt… wobei ich die Federn doch gerne mal wechsle (die letzte Feder war auch keine 20 Jahre alt, das wäre wirklich zuviel verlangt). Ich nehme auch gerne mal eine richtig dicke Stärke, die einen optisch sehr genialen Unterschied zwischen horizontal und vertikal gezogenen Linien macht. Das wirkt irgendwie edel, selbst bei einer so miesen Handschrift wie meiner (siehe hier).

Jetzt fehlt mir nur noch die Zeit wieder ein paar anständige Briefe zu schreiben. Manche Dinge verliert man einfach viel zu schnell aus dem Fokus – selbst wenn sie gut sind. Das ist schade. Ich bin schon froh, wenn ich wenigstens ab und zu mal daran denke wieder einen Eintrag in meinen handschriftlichen Tagebüchern zu aktualisieren…. das war früher auch mal disziplinierter bei mir.

Also Briefpapier her! Tee her! Kekse her! Geiler Füller her…. und los gehts! 🙂

Ach, übrigens… meine Postanschrift findet ihr im Impressum, falls ihr Lust habt mal zu schreiben. Liebe Briefe werden immer beantwortet.

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