Kennt mann :)

Montags im schwedischen Möbelhaus

Eigentlich war für diese Tage ein spontaner Besuch in Süddeutschland angesagt, aber das geht nur mit 100% zuverlässigem Auto und da sich die Reparatur leider verschoben hat, haben sich jetzt auch erstmal meine Pläne für den Urlaub geändert… aber das schadet nichts, denn es gibt hier viel zu tun…

Mehr oder minder in einer Mischung aus Spontanität und Notwendigkeit fuhr ich gestern (Montag) am relativ frühen Morgen zum nächstgelegenen IKEA, der von meiner Position aus in (ca.) 25 Minuten erreicht werden kann. Also nicht wirklich eine Weltreise, dennoch komme ich nicht allzu oft dahin – und das hat seine Gründe.

Nennen wir die Dinge beim Namen: meine Wohnung ist eigentlich toll. Toller Schnitt, tolle Lage (usw), aber was ich daraus mache sieht einfach scheisse aus. Ich war nie der Typ, der ein Auge oder ein Händchen für die Einrichtung von Wohnungen hatte. Es ist regelrecht mühsam für mich, wenn ich mich in das Thema „Wie gestalte ich einen Raum“ eindenken muss… es ermüdet mich innerhalb von Minuten extrem. Ich weiß nicht, wieso das so ist.

Für Fotografen genau richtig...
Für Fotografen genau richtig…

Dennoch erkenne ich den Unterschied zwischen einem toll bei IKEA eingerichteten Zimmer (ich mag besonders diese dort aufgebauten kleinen Mini-Wohnungen mit 25 m³ oder 35 m³) und meiner großflächig leerstehenden Behausung oder (wenn schon nicht leerstehend) ganz gewiss nicht zueinander passenden Möbeln. Nur wie ich von meiner Behausung im aktuellen oder einzugsfähigen Zustand dann zu einer solchen schön eingerichteten Wohnung kommen soll… dieser Weg wird für mich bis ans Lebensende ein Irrgarten sein.

Nirgendwo wird mir das so sehr bewusst, wie bei einem Gang durch IKEA. Wieso bieten die eigentlich nicht entsprechende Sensibilisierungskurse für ihre männlichen Kunden an? Ich meine, Männer begleiten doch auch Schwangerschaftskurse und lernen dort allerlei, obwohl sie selten selbst schwanger werden… wieso kann man dann solche Wohnkultur-am-Arsch-Ästhetik-Banausen wie mich nicht mal in einem entsprechenden Workshop brainwashen?

Nun gut, aber am Montag war es eben notwendig denn meine Aufbwahrungsboxen (Model Samla) waren alle restlos verbraucht und ich hatte mir fest vorgenommen im Urlaub in meinen Kleiderschränken nun endlich mal wieder Ordnung zu schaffen.

  • 5x Große Boxen für Klamotten
  • 5x Deckel für die großen Boxen
  • 2x Kleine Boxen für das Küchenregal
  • 2x Deckel für die kleinen Boxen

Das war das, was ich als Bedarf für mich ermittelt habe und dabei sollte es auch bleiben, denn mein TÜV wird mich in diesem Monat schon genug kosten….. aber wie das so ist: Olli denkt, aber IKEA lenkt.

Um überhaupt mal zu den Samla-Boxen durchzukommen muss man einmal den kompletten IKEA-Pfad abwandern (zumindest kenne ich keine andere Möglichkeit) und das ist dann eben ein Spießrouten-Lauf der Eindrücke und Versuchungen.

Wenigstens, so hoffte ich, sollte Montagmorgens deutlich weniger los sein als an den letzten Samstagen, die ich so im IKEA erlebt habe. So war es dann auch. Ich glaube, so nah am Eingang habe ich in all den Jahren, die ich nun schon in Hamm wohne, nicht parken können. Selbst im IKEA herrschte ein sehr ruhige Stimmung, weil um diese Uhrzeit kaum Kunden zugegen waren und nur das Restaurant viel mir (für meine Erwartung zu dieser Uhrzeit) als relativ stark besucht auf.

Schönes Zimmer, 2x gesehen
Schönes Zimmer, 2x gesehen

So blieb auch ich ziemlich entspannt und nahm mir teilweise viel Zeit mich ein wenig von den Installationen dort beeindrucken zu lassen. Trotzdem habe ich es natürlich wieder einmal geschafft mich zu verlaufen… gleich zweimal hintereinander.

Erst dachte ich: „Oh, die haben da zweimal das gleiche Zimmer aufgebaut“ (und das war ein Zimmer, das mir gut gefiel, so im Dschungel-Look mit dunklem Holz und Palmentapeten usw), bis mir dann klar wurde, dass es das Zimmer wirklich nur einmal gab und ich, bei dem Versuch die Kindermöbel-Abteilung abzukürzen, irgendwie auf einen früheren Punkt meiner bereits absolvierten Marschroute gekommen und somit im Kreis gelaufen war.

Wenn einem niemand dauernd im Weg steht und man deshalb zu schnell auf dem Besucherweg vorankommt, hat weniger Zeit nach der Beschilderung zu schauen und kommt dann schneller vom Weg ab.

So richtig gefährlich wird es für mich aber erst in der Abteilung unten, wo der Kleinkram steht. Da gibt es dann an allen Ecken und Enden Paletten, Körbe, Regale, Displays und Boxen in denen tausend kleine Dinge liegen, die mir ziemlich gut gefallen.

Dann muss ich mir circa 10-30 Mal sagen: „Lass das Zeug da liegen, deine Wohnung sieht eh scheisse aus, das macht so unnützes Dekozeug auch nicht besser.“ und bisher wirkt dieses Anti-IKEA-Deko-Mantra auch immer ganz gut… außer in manchen ganz speziellen Ecken, über die ich aber nicht schreibe… sonst liest das irgendwann jemand von IKEA und baut den ganzen IKEA so um und dann bin ich echt am Popo mit meiner Willenskraft…

Fand ich nett
Fand ich nett
Fand ich nett
Fand ich nett
Da hätte ich meine erste Kamera reingestellt
Da hätte ich meine erste Kamera reingestellt
Fand ich nett
Fand ich nett

Nun ja, wie man am Kassenzettel und am Bild des Einkaufswagen erkennen kann, habe ich es fast geschafft mich an meine mir selbst auferlegten Vorgaben zu halten.

Ich meine, klar… an Teelichtern bin ich im IKEA noch nie vorbeigekommen – insb. wenn es sich um süße Düfte handelt. Aber insgesamt habe ich mich doch sehr zurückgehalten, finde ich.

Nach dem Einkauf
Nach dem Einkauf

Und brav wie ich bin habe ich mich auch nicht an den völlig leeren Express-Kassen (bis max 15 Artikel) angestellt, sondern in eine Schlange bei der „normalen“ Kasse. Jedoch hat mich dann eine Mitarbeiterin von IKEA quasi zur Expresskasse geholt, was mir ganz recht war, denn ich war ohnehin gerade dabei zu überlegen, ob ich auch die gleiche Anzahl von Deckeln und Boxen eingepackt hatte und so ergab sich die Gelegenheit selbst noch einmal zu zählen.

Ein wenig skurril war es dann im Catering-Bereich nach den Kassen (dort wo es diese 1 Euro Hotdogs gibt). Ich hab zwar kein Fleisch gegessen, wollte aber mal diese Birnen-Limonade versuchen, die mir von einer Bekannten empfohlen wurde.

Während ich also so mein Birnen-Blubber-Wasser in einen Becher zapfte, gesellte sich ein älterer Mann zu mir und zapfte sich drei Hähne weiter eine Cola.

Die Besonderheit dabei war aber, dass er wohl offensichtlich die Becher verwechselte. Dort gibt es an der Theke nämlich auch diese Fleischbällchen (Köttbullar) zu kaufen und die werden in einem kleinen Papp-Becher serviert… und in eben diesen Becher zapfte der Mann gerade seine Cola auf die Fleischbällchen, worauf ich ihn dann auch ansprach.

Es war ihm dann auch sichtlich peinlich, als er seinen Fehler erkannte.
Übrigens fand ich die Birnen-Limonade grausig.

Tja und dann ging es nichts wie nach Hause, bevor mich die Verlockungen des dortigen (unanständig großen) Süßigkeiten-Regals doch noch einholten würden…

WEICHE VON MIR SATAN!
WEICHE VON MIR, SATAN!!!

Zuhause waren die Boxen dann leider doch viel schneller aufgebraucht als gedacht, so dass ich heute (einen Tag danach) schon wieder am Ende meiner Bestände bin.

Aber die Klamotten sind jetzt alle verräumt und somit ist der dringende Bedarf erst einmal gestillt. Der Rest kann warten, bis ich irgendwann wieder einmal im IKEA bin…

… und mich wieder über meine eigene komische Wohnung ärgere.

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