Mein Teddybär

Nichts mehr zu träumen

Gestern (am Freitagabend) lag ich doch tatsächlich um 21 Uhr schon im Bett und schlief. Die Umstellung meiner Ernährungsgewohnheiten (insb. der Zucker-Entzug durch das Weglassen von Cola und Limonade) macht sich bei mir auch nach circa drei Wochen noch immer durch ungaublich heftige Müdigkeitsanfälle bemerkbar – so auch gestern.

Gleichzeitig bin ich unfähig länger als 5-7 Stunden im Bett zu liegen. Dazwischen erwache ich ohnehin 2-3 Mal oder stehe einmal kurz auf… doch egal wann die Nacht begann und wie der Tag davor war, nach spätestens 7 Stunden ist an Schlaf einfach nicht mehr zu denken.

Die Muskeln und Knochen tun mir dann vom vielen Liegen weh und ich verspüre eine extreme innere Unruhe und alle möglichen Gedanken und Ideen rasen in Kopf, so dass man chancenlos ist, noch einmal emotional so zur Ruhe zu kommen, dass man einschlafen könnte.

Als letztes K.O. Kriterium für einen Tag zum Ausschlafen kommt dann noch meine sehr präzise innere Uhr hinzu.

Normalerweise stehe ich um 06:00 Uhr auf. Mein Wecker klingelt um 06:00 Uhr und keine 20 Sekunden später bin ich auch schon auf den Beinen. Ich kann nur so aufstehen… diese träge hin und her wälzen, die Uhr nochmal nachstellen usw….. das ist mir so zuwider, dass ich umso schlechter gelaunt aufstehe, je länger ich mich nicht spätestens beim Klingeln des Weckers erhebe.

Und dieses “spätestens” ist Ernst gemeint, denn (wirklich) in den meisten Fällen ist das Klingeln das Weckers nur das Signal zum Aufstehen, aber nicht das Signal um mich zu wecken. An fast allen Tagen der Woche wache ich von alleine kurz vor 06:00 Uhr. Meist sind das nur wenige Minuten vorher, also so circa ab 05:40 Uhr… aber ich bin eben wach, noch bevor der Wecker klingelt…. und somit auch leider an Tagen, an denen der Wecker gar nicht aktiv ist.

So ein Tag ist heute. Samstag. Kein Wecker. Genau genommen ist das heute mein erster Urlaubstag, aber exakt (und ohne vorher auf die Uhr zu schauen) um 05:59 Uhr entschließe ich mich den Kampf um noch etwas Schlaf aufzugeben und aufzustehen.

Der Blick auf die Uhr… aha, alles klar: gleich 06:00 Uhr.

Obwohl ich sonst ganz gut mit mir zurechtkomme, sind das die Momente, in denen ich mein Leben hasse. Ich kann mir nicht einmal selbst gönnen wenigstens am ersten Wochenend- und Urlaubstag ein wenig auszuschlafen.

Dass ich aufstehe bedeutet ja nicht, dass ich nicht mehr müde bin. Ich fühle mich nicht besonders fit. Die Augen hängen tief, der Körper fühlt sich etwas gerädert an, die Glieder sind schwer und ich würde eigentlich noch gerne 2-3 Stunden nachschlafen…. aber das ist eben nur ein Wunsch während die innere Maschine schon auf Hochtouren fährt.

In der Hinsicht gleiche ich übrigens erschreckend auffällig meinem Vater, von dem ich das mein ganzes Leben auch genau so kenne, dass er schon um 05:00 Uhr oder sogar manchmal noch früher (eigentlich völlig sinnlos aber eben mit Unruhe) durchs Haus geistert und Dinge erledigt.

Heute kommt bei mir aber wieder einmal hinzu, dass ich seit ca. 02:30 Uhr schon drei oder vier Mal aufgewacht bin, weil ich schon wieder an diesen völlig überflüssigen Traumwiederholungen leide.

Kennt ihr das auch, wenn man nichts mehr zu träumen weiß als immer nur den gleichen sinnlosen Traum in Wiederholungen oder verschiedenen Variationen? Ich hab das ziemlich oft, gerade dann, wenn es gegen morgen zugeht und die innere Maschine sich schon einmal bereit macht hochzufahren.

Heute wars ein Schulthema. Ich hab seit verfluchten 15 Jahren keine Schule mehr besucht, aber zum Träumen reicht es dennoch. Ausgerechnet um mein Lieblingsfach “Geschichte” drehte sich die Handlung jedes Mal als ich heute Nacht mal wieder kurz eingeschlafen war. Ein spontaner Test über den Wissensstand in Geschichte war angesagt. Ein paar Bögen mit Fragen, angefangen beim Zerfall des Römischen Reichs bis zur Nachkriegszeit.

Im realen Leben hätte ich mich auf sowas gefreut, denn wie gesagt, ich liebe eigentlich Geschichte…. doch im Traum begann das Unheil schon damit, dass man sich auf Seiten im Lehrbuch beziehen sollte und ich kein Lehrbuch besaß. Obendrein verstand ich die Anweisung falsch und beschäftigte mich zunächst mit anderen Fächern und bis ich merkte, dass die Zeit eigentlich für Geschichte aufzuwenden wäre, blieb kaum noch eine halbe Stunde für den Test, der eignetlich für mindestens zwei Stunden ausgelegt war.

Klarer Fall: Arschkarte.

Und den Mist hab ich dann heute Nacht in gleich mehreren Varianten geträumt. Wenn man dann nach der zweiten oder dritten Wiederholung erwacht, dann ärgert man sich auch noch über sich selbst, weil man so lernresistent ist und jedes Mal im Traum den gleichen Fehler macht. Keine gute Voraussetzung für eine erholsame Fortsetzung der Nachtruhe.

Träume, in denen ich Chancen verpasse, unfähig bin zu helfen oder schlimme Dinge abzuwenden oder sonst irgendwie versage stehen bei meinem blöden Unterbewusstsein ohnehin ganz weit oben in der Beliebheitsskala.

Und so sitze ich seit exakt 06:05 Uhr vor dem PC und schaue, was mir das Internet an Zerstreuung bringt. Im Facebook habe ich die meisten Kommentare und Neuigkeiten-Anzeigen abgestellt. Insbesondere die Übersättigung durch Neuigkeiten der Fotogruppen habe ich extrem reduziert. Somit habe ich seit 22 Uhr gerade mal eine Neuigkeit angezeigt… jemand hat die Grenze in die Dänemark überquert und damit seinen Status per Geo-Information aktualisiert. Ansonsten gibt die Pinnwand aus dem üblichen Zeit (sehen und wieder vergessen) nur wenig Neues her.

Eine EMail hat mich erreicht. Ein Newsletter von Ikea mit dem Betreff: “zzzZZZzzz” und das ausgerechnet wieder nach so einer Nacht an diesem Morgen… damit können dich mich gleich mal richtig am Popo lecken, aber echt!

06:30 Uhr.

Das Einzige, was ich solchen frühen Phasen wie jetzt Positives abgewinnen kann, ist die Stille, die in der Wohnung herrscht. Diese Ruhe und Ungestörtheit mag ich… dieses ganz allein für sich sein…. aber ich mag die Einsamkeit ja auch generell sehr. Da bin ich vielleicht wirklich etwas komisch.

Meinen Blog habe ich somit geschrieben und mich über die erste halbe Stunde des Tages gerettet. Die innere Unruhe ist noch da, aber die Gedankenmaschine ist zumindest etwas zur Ruhe gekommen. Gleich mach ich noch die Küche und bringe den Müll raus. Zum Bäcker lauf ich vielleicht noch, auch wenn es noch früh und dunkel draußen ist… aber dann ist wenigstens was zu tun… ich hab keinen Bock um diese Uhrzeit am PC zu sitzen und zu zocken, nur um die Zeit totzuschlagen.

Was mich jetzt schon ebenfalls nervt ist, dass ich mir durch die unruhige Nacht und das frühe Erwachen jetzt schon ausrechnen kann, dass ich heute Abend wieder früh müde sein werde und eine gute Chance besteht, dass sich der gleiche Mist somit in der nächsten Nacht wiederholt.

Tolle Aussichten für einen ersten Urlaubstag… da würde ich doch lieber arbeiten gehen.

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