Refugees welcome?

Ehrlich gesagt ist mir in den letzten Tagen ein paar Mal wirklich der Mund offen gestanden, wenn ich mir die Berichterstattung im Fernsehen angeschaut habe…

Da stehen an irgendwelchen Bahnhöfen Muttis rum und werfen Plüschtiere auf ankommende Flüchtlinge, trällern „Wällkamm! Wällkamm!“ und applaudieren hysterisch…..

What the fuck?“ dachte ich mir da und war drauf und dran den Alarm-Knopf für die Krankenschwester zu drücken – in der Hoffnung, ich möge unter Halluzinationen aufgrund falsch verabreichter Medikamente leiden.

Aber nein, es scheint wirklich die Wahrheit zu sein, die ich da im TV sehe.

Nun Freunde, jeder der mich kennt und insbesondere jeder, der sich diesen erst seit kurzer Zeit existierenden Blog angetan hat, wird wissen, dass ich gegenüber Menschen, die vor Krieg und Vertreibung flüchten, absolut aufgeschlossen bin…. Aber alles muss doch seine Form und seine Normalität haben und behalten!

Was ich im Fernsehen sehe, das ist nicht anderes als schnöde positive Selbstdarstellung und zwar AUF KOSTEN der Flüchtlinge, die jetzt eben gerade recht kommen um sich einfach mal wieder ohne viel persönliche Mühe als „guter Mensch“ fühlen zu können.

Früher hätte man zu Weihnachten ein kleines Paket mit selbstgebackenen Plätzchen für die „kleinen hungrigen Negerbabys“ nach Afrika geschickt…. heute steht man am Bahnhof mit Plüschtieren und trällert „Wällkamm!“.

Diese schon fast glücks-hysterischen Wällkamm-Girls halte ich wirklich und wahrhaftig für mindestens ebenso wahrnehmungsgestört wie die braunen Horden.

Jetzt mal ehrlich, Mädels…. was soll denn der Bockmist? Hab ich nicht schon genug damit zu tun, mich für die braunen Deppen zu schämen? Muss ich das jetzt echt für euch auch noch tun??? Solidarität mit Asylanten geht anders als am Bahnhof Kuscheltierchen zu werfen!

Solidarität könnt ihr und ich in den nächsten Monaten und Jahren beweisen, wenn diese Menschen nicht mehr weggesperrt in Kasernen und Turnhallen sondern mitten unter uns leben und wir alle miteinander gut auskommen müssen – über alle Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

Solidarität muss man auch dann beweisen, wenn diese Meschen, die ihr heute so albern beklatscht, in ein paar Jahren vor meiner und eurer Haustür die nächste Moschee bauen wollen….. DA kann können wir alle zusammen zeigen, ob jemand wirklich „Wällkamm“ ist oder nicht.

Solidarität kann man auch dadurch beweisen, dass man auch hinnimmt, dass wir alle (die wir diesen Staat finanzieren) für viele dieser Menschen finanziell einzustehen haben und das für lange Jahre – wenn das „Wällkamm“ am Bahnhof schon lange verklungen ist und das Plüschtier auf der Müllkippe liegt.

Auf diese Formen der Solidarität kommt es an! Ich bin darauf gefasst und auch persönlich bereit im angemessenen Maße sinnvolle Solidarität zu zeigen, die auch einen Nutzen für diese armen Menschen hat und die etwas Wert ist.

Ich frage mich aber ernsthaft, ob das die Teddy-Girls auch sind…. oder ob sie in ihrer Selbsttrunkenheit derzeit so wenig daran denken, wie man beim Saufen während des Kölner Karnevals an den Kater am Aschermittwoch denkt.

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