Krankenschein

Zum Arzt wenn man gesund ist?

Erstmal das Wichtigste: meinem Magen geht es schon wieder besser – zumindest solange ich nichts großartig esse, was meiner Figur überhaupt mal gar nicht schaden kann.

Krank zuhause habe ich mir alle interessanten Filme bereits angeschaut, einmal meine DVDs sortiert, den Kleiderschrank umgeräumt und diverse andere Tätigkeiten erledigt, die man nur macht, wenn einem RICHTIG langweilig ist. Bilbearbeitung mach ich ungern wenn ich krank bin (dann wirds immer richtig mies) und für stundenlanges Zocken und Chatten fühle ich mich auch nicht in der Laune wenn ich das Gefühl habe mich vor der Arbeit zu drücken und vom rumliegen im Bett hab ich schon Rückenschmerzen…. aber für die Arbeit fühle ich mich inzwischen allemal fit genug und wollte deshalb heute wieder in die Firma gehen.

Aber so einfach ist das wohl nicht. Zwar findet man auf tausend Fach-Seiten im Internet (angefangenen vom Verband der gesetzlichen Krankenversicherungen bis hin zu Artikeln großer Zeitschriften) die glasklare Aussage, dass ein Arbeitnehmer (der sich selbst gesund fühlt) auf eigenen Entschluss auch während einer Krankschreibung wieder zur Arbeit kommen kann und dabei sowohl beim Arbeitsweg als auch auf Arbeit selbst wieder den gleichen versicherungsrechtlichen Schutz genießt, aber bei mir in der Firma wird das wohl anders gehandhabt.

Meine Krankschreibung reicht bis einschließlich Freitag – ich hatte dem Arzt schon bei der Ausstellung gesagt, dass ich spätestens Freitag wieder in die Arbeit möchte (die Info kam wohl nicht an) und jetzt will die Firma mich erst arbeiten lassen, wenn ich nochmal bei meinem Arzt vorstellig werde und eine neue nachträglich ausgestellte verkürzte Krankschreibung mitbringe.

Das ist nicht nur ziemlich nervig, weil ich jetzt einmal quer durch die Stadt (in Gegenrichtung zu meiner Arbeit) fahren muss, sondern auch weil ich damit Zeit verliere. Eigentlich beginne ich um 07:00 Uhr. Mein Arzt öffnet aber nicht vor 08:00 Uhr…. also muss ich jetzt warten, dann dort anrufen, dann zum Arzt fahren, dann beim Arzt warten, dann wieder quer durch die Stadt und wenn ich dann auf der Arbeit bin, dann hab ich 2-3 Stunden Arbeitszeit verloren (weil ich dann ja für heute nicht mehr krankgeschrieben bin), die dann vom Zeitkonto runtergehen.

Ich finde das unbefriedigend und angesichts dessen, dass man sich doch bemüht und nicht bis einschließlich Freitag ausfallen will, eine für mich ziemlich nachteilige Lösung. Eigentlich sollte man keine Nachteile haben, wenn man schon freiwillig wieder arbeiten möchte.

Jetzt muss ich also erstmal bei meinem Hausarzt anrufen und fragen, ob er mir überhaupt einen neuen Schein ausstellt. Wenn nicht, muss ich wieder bei der Firma anrufen und sagen, dass ich nicht komme (weil ich den Formalismus nicht wunschgemäß erfüllen kann, denn ein offizielle “Gesundschreibung” existiert nicht) und dann war nicht nur aller TamTam völlig umsonst und der Termin am Freitag fällt einmal mehr ins Wasser, dann muss ich mir vor allem auch überlegen, wie ich zwei weitere Tage rumbringen soll.

Das wird dann leider nicht spannend.

Update 08:34 Uhr:
Mein Hausarzt ändert die erteilte Krankschreibung nicht, sondern bietet nur an einen Artikel oder Bericht zu kopieren, in dem das steht, dass sowas nicht mehr nötig ist. Meine Firma ist bleibt aber auch dabei, dass ich mit aktiver Krankschreibung nicht arbeiten kommen soll. Dafür muss man auch Verständnis haben, denn als Vorgesetzter hat man eben auch Verantwortung und ist dementsprechend vorsichtig.

Ergo: ich bin auch weiterhin zum Zuhausebleiben verdammt. Verdammt!

Aber noch schlimmer ist: Jetzt wird ein Termin morgen schon wieder verschoben, nachdem ich bei der letzten Verschiebung schon einen Kommentar dazu abgegeben habe, dass es doch so unmöglich nicht sein sollte, einmal 6 Mitarbeiter für drei Stunden am gleichen Tag hier zu haben…. und jetzt wird der Termin ausgerechnet wegen mir erneut verschoben… das ist mir schon wirklich peinlich jetzt. Ich hoffe, ich kann mich bei den Kollegen einigermaßen aus der Affaire ziehen, wenn ich für das Treffen (wenn es dann doch mal stattfindet) das Catering arrangiere.

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